8. Juli 2026
ATN Binox 6 aus dem Anblickshop
Geartesting by Felix Schüler
Heute, am 30.06.2026, wurde mir das neue Binox 6-635 mit 640er-Sensor von Anblick Tag & Nacht zugeschickt.
Aus meinen Erfahrungen der letzten sieben Jahre weiß ich, dass der Feldtest am Ende das einzig Wahre ist. Also schnell raus aus dem Karton und ab ins Revier. Im Gepäck noch vier volle 18650-Standardakkus – zwei davon benötigt das Gerät.
Lüdenscheid, 18:30 Uhr, 53 % Luftfeuchtigkeit, immer noch drückende Hitze, 33 Grad. Keine optimalen Bedingungen für den Test von Wärmebildgeräten, aber nun muss das Binox zeigen, was es wirklich kann.
Was sofort auffällt, sind die sehr kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht gegenüber dem vergleichbaren Habrok oder dem neuen Ventus von ThermTec. Es liegt gut in der Hand und fühlt sich sehr wertig an. Das Menü ist über das Drehrädchen gut bedienbar. Alle wichtigen Funktionen sind über die fünf gut angeordneten Tasten steuerbar.
Das Gerät startet im Tageslichtmodus mit 5,5-facher Vergrößerung. Erstaunlich ist die 4K-UHD-Bildqualität – selbst bei 20,1-facher Vergrößerung. Hier setzt sich das ATN von gleichpreisigen Mitbewerbern ab. Die Bedienung des Zooms allerdings ist beim Ventus besser gelöst. Ich brauche zwei Versuche, um die gewünschte Vergrößerung zu erhalten. Vielleicht ist das aber auch nur eine Frage der Gewöhnung.

Drückt man zweimal die Modustaste, kann man zwischen den Farbfiltern Grün und Gold im Tageslichtmodus wählen. Das ist besonders sinnvoll im Dämmerlicht oder bei hoch stehender Sonne, da der Kontrast nochmals deutlich zunimmt.
Der Wärmebildmodus startet bei 3-facher Vergrößerung und liefert trotz der suboptimalen Bedingungen sehr gute Bilder. Dabei lerne ich den Farbmodus Sepia kennen, der wohl für genau diese Bedingungen besonders gut geeignet ist und wesentlich kontrastreichere Bilder liefert als die üblichen Schwarz- oder White-Hot-Modi.
22:15 Uhr. Endlich wird es dunkel und kühlt merklich ab. Die Bilder werden gestochen scharf – egal, welchen Farbmodus ich wähle. Der Laserentfernungsmesser arbeitet aus jedem Winkel zuverlässig. Ich kenne die Entfernungen in unserem Revier.
Zeit, den Nachtsichtmodus auszuprobieren. Mein Gerät ist mit dem 850-nm-Laser ausgestattet. Wer möchte, kann aber unkompliziert auf den 940-nm-Laser wechseln. Ich erblicke auf 225 Meter einen Fuchs, der kurz aufblickt, dann aber unbeirrt auf der frisch gemähten Wiese weiter seine Mäusesprünge vollzieht. Auch bei 10-facher Vergrößerung liefert mir das Gerät ein sehr gutes Bild. Selbst den Hasen auf 305 Meter an der Waldkante erkenne ich problemlos als solchen.

23:30 Uhr. Ich wechsle auf den Hochsitz – Sauenzeit. Nach 20 Minuten erblicke ich eine gemischte Rotte auf 265 Meter. Leitbache, Überläufer und ein hinterherziehender Keiler – alles sauber ansprechbar.
Zusammengefasst ist das Binox 6 ein Gerät, das sein Geld sicher wert ist und insbesondere im Tageslichtmodus den Mitbewerbern teilweise deutlich überlegen ist. Bedenkt man zudem die fünf Jahre Garantie, ist man hier ebenfalls auf der sicheren Seite. Die mitgelieferte Tasche gefällt mir allerdings nicht so gut wie die des Habrok, das lässt sich jedoch verschmerzen.

